Hier ensteht eine Sammlung aktueller Infos, Texte und  Zitate  aus dem Bereich Körper Geist und Seele, die mir begegnen und die ich gerne teilen möchte

 

 

Jeder Moment meint es gut mit mir02 Image

Schwer bewaffnet scharfe Schwerter aus Abwehr und Widerstand,

jedes Schwert das ich führ schneidet mein eigen Fleisch

Fühle ich mich nicht wert, ist da falscher Stolz und Überheblichkeit.

 

Schau ich durch die Zornesmaske sehe ich deinen Zorn, schau ich durch die Augen der Liebe, sehe ich deine Liebe.

Das Feuer spricht wie kann ich Wasser sein ohne zu sterben. Drück es in deinen Träumen aus.

 

Nehm ich all die tiefen, dunklen unbewußten Urgewalten in mein liebendes Herz, verwandelt sich der Spiegel zum Tor,

gehe ich zur aufgehenden Sonne ohne einen Schatten zu werfen

Entspannung im Körper, Frieden im Geist, Liebe im Herzen.

Jeder Moment meint es gut mit mir, in jedem Moment neu, ungewiss, finde ich mich in mir.  

Mein Musikprojekt ANE NUE                                                                                                                                                                

 

  

Das Selbst und das kleine Ego

 

Es war einmal ein kleines EGO, das fragte sein SELBST in einem ruhigen Moment, was ziemlich selten vorkam: Sag mein SelBST, warum bin ich immer so in Eile und habe nie Zeit für mich ? Das Selbst antwortete liebevoll: Weil Du Angst hast, Du könntest in Deiner Langeweile Dein Wahres Ich entdecken.

Sag mein SELBST, warum bin ich oft unzufrieden, und will so viele Dinge haben, die ich nicht mal immer gebrauchen kann? Das SELBST antwortete liebevoll: Weil Dir Dein SELBST nicht genug ist

Sag mein SELBST, wie kommt es, dass ich auf andere eifersüchtig oder neidisch bin? Das Selbst antwortete liebevoll: Weil Du mich nicht wert genug schätzt.

Sag mein SELBST, wie kommt es, dass ich in gewissen Situationen arrogant oder sogar hochnäsig werde? Das Selbst antwortete liebevoll: Weil Du Deinem SELBST, nämlich mir, nicht genug vertraust.

Sag mein SELBST, warum bin manchmal beleidigt und verschließe mein Herz? Das SELBST antwortete liebevoll: Weil Du Liebe mit Macht verwechselst und Dich kränkst anstatt ehrlich zu sagen, was Du möchtest.

Sag mein SELBST, warum kann ich Wut aufbauen und lasse sie andere Menschen spüren oder fresse sie gar in mich hinein? Das Selbst antwortete liebevoll: Weil Du fälschlicherweise annimmst, dass Liebe nicht NEIN sagt.

Sag mein SElBST, warum renne ich der Anerkennung von anderen Menschen hinterher? Das SELBST antwortete liebevoll:Weil Du glaubst, Du brauchst sie, um Dich zu loben und gut zu finden.

Sag mein SELBST, gibt es den Himmel auf Erden?

Das SELBST antwortete liebevoll: Oh ,ja!. Er liegt in Dir. In dem Du mich, Dein SELBST liebst und anerkennst, brauchst Du nicht mehr im Außen zu suchen. Es wird Dir möglich alle Menschen auf Grund ihres Daseins zu lieben, da sie den gleichen Ursprung haben wie Du. Du wirst erkennen, dass auch sie nur ihr EGO von ihrem SELBST abgespalten haben und deshalb leiden. Halte dich dadurch nicht ab Deinen Weg in Frieden zu gehen. Dann wirst Du wieder EINS sein mit Dir und mit allem. Dann hast Du die Trennung, die Du vorher noch kanntest und die Dein Herz vor lauter Trauer darüber kalt und unnahbar gemacht hat, überwunden.So wird es Dir möglich die Liebe zu spüren, die Du bist.

Als das EGO das alles hörte, begann es zu verstehen. Es weinte, weil ihm plötzlich so viele Dinge leid taten und weil er seine Unehrlichkeit erkannte, die es darin
hinderte mit seinem geliebten SELBST in Frieden zu leben.Das SELBST tröstete das EGO mit all seiner Liebe, denn es versteht immer.

 

 

 

Formen menschlicher Intelligenz

Die Basis wird gebildet aus Bewegung, Wahrnehmung, Koordination und Kommation, daraus entstehen:

  • Kreative Intelligenz
  • Praktische Intelligenz
  • Kognitive Intelligenz
  • Soziale Intelligenz
  • Emotionale Intelligenz
  • Spirituelle Intelligenz
  • Musische Intelligenz

 

Der kostbare Stein

 Ein weiser Mann hatte den Rand eines Dorfes erreicht und ließ sich unter einem Baum nieder, um dort die Nacht zu verbringen. Sodann kam ein Dorfbewohner angelaufen und sprach: "Der Stein! Der Stein! Gib mir den kostbaren Stein!"

"Welchen Stein?" fragte der weise Mann. "Letzte Nacht erschien mit Gott Shiva im Traum", sagte der Dörfler, und sagte mir, ich würde bei Einbruch der Dunkelheit am Dorfrand einen weisen  Mann finden, der mir einen kostbaren Stein geben würde, sodaß ich für immer reich wäre."

Der weise Mann durchwühlte seinen Sack und zog einen Stein heraus. "Warscheinlich meinte er diesen hier", sagte er, als er dem Dörfler den Stein gab. "Ich fand ihn vor einigen Tagen auf einem Waldweg. Du kannst ihn natürlich haben."

Staunend betrachtete der Mann den Stein. Es war ein wunderschöner Diamant. Wahrscheinlich der größte Diamant der Welt, denn er war so groß wie ein menschlicher Kopf. Er nahm den Diamanten und ging damit heim.

Die ganze Nacht wälzte er sich unruhig im Bett und konnte nicht schlafen. Am nächsten Morgen weckte er den Weisen bei Einbruch der Dämmerung und sagte: "Gib mir den Reichtum, der es dir ermöglicht, diesen Diamanten leichten Herzens wegzugeben." ...

                                                                                                                                                     Autor unbekannt

 

 

Höre die Namen, die Lieder eines jeden lebenden Wesens - der geflügelten, der mit Pelz bewachsenen und der mit Schuppen bedeckten, jedes, das unter der Erde lebt und jedes im Wasser, jedes grüne und blühende, jedes noch nicht geborene und jedes sterbende...

Lass dich von ihren wehmütigen Lobgesängen zurückführen zu der EINEN, die ihnen Leben gab. Wenn du deinen eigenen Namen noch nicht gehört hast, hast du noch nicht lange genug gelauscht.
Wenn deine Augen noch nicht mit Tränen gefüllt sind, wenn du dich ihr noch nicht zu Füssen geworfen hast, dann kennst du die Trauer nicht, sie fast verloren zu haben.

lisa citore

 

Anthyllis Animus

Vor gar nicht allzu langer Zeit lebte eine Frau namens Anthyllis Animus in diesem Land. Ihr Name war so ausgefallen wie sie selbst. Scheinbar hatten ihre Eltern schon etwas von der Berufung ihrer Tochter geahnt, als sie sie auf den Namen einer Pflanze tauften.

Anthyllis war Malerin und lebte in einer großen Stadt. Sie versuchte, das hektische Treiben und die sich ihr bietende Kultur in ihrem Beruf zu vereinen. Sie war Pflanzenzeichnerin und sorgte für die getreue Abbildung der Pflanzenwelt. Sie schuf zahlreiche Blumenaquarelle. Die Natur bot ihr durch ihren Reichtum einen unerschöpflichen und sicheren Arbeitsplatz.

Später konnten dann Menschen in ihren dicken Büchern anhand ihrer Zeichnungen mehr über die Pflanzen erfahren, die ihr Interesse erweckten. Anthyllis Animus sorgte für die getreue Abbildung der Pflanzen, und gelehrte Damen und Herren kümmerten sich anschließend um die wissenschaftliche Definition des Ganzen. Anthyllis war zufrieden mit ihrem Beruf, zumindest in Bezug auf ihren Arbeitsplatz.

Mit einem war sie jedoch gänzlich unzufrieden, nählich mit der wissenschaftlichen Beschreibung der Pflanzen, die sie auf das Papier bannte. Mit fortschreitendem Alter und all den Erfahrungen, die sie gesammelt hatte, ahnte Anthyllis, dass es noch mehr an einer Blume geben musste als nur deren Inhaltsstoffe.

Doch was wäre eine Pflanze ohne wissenschaftliche Bestimmung? Sie wäre ein wunderliches Gebilde, das zwar schön anzuschauen ist, mit dem aber die Menschen nichts anzufangen wüssten. Die Zeiten waren vorbei, in denen man noch anhand der Intuition nach heilenden Pflanzen suchte. Die Intuition wurde durch weiße Kittel ersetzt, und diese sprachen von Wirk- und Inhaltsstoffen.

Eine Pflanze war eine chemische Fabrik, hoch kompliziert, aber doch auch nieder und simpel. Anthyllis Animus hatte wieder einige Aufträge bekommen und packte ihre Sachen, um aufs Land zu fahren. Sie war eine selbständige Frau und hatte den Mann ihres Lebens noch nicht gefunden. トVielleicht finde ich ihn nie! dachte Anthyllis und versuchte, sich an diesen Gedanken zu gewöhnen.

In ihrer Jugendzeit war sie einmal glücklich mit einem Mann gewesen, doch der suchte sich eine andere Frau, und sie war wieder allein. Nun war sie in der Mitte ihres Lebens angekommen und lebte fast ausschließlich für die Kunst.

Diesmal sollte sie die Flora eines Moores mit dem Pinsel festhalten und hatte sich dafür einen Sumpf ausgesucht, der auf einem Bergplateau lag. Dort war die Natur noch ziemlich unberührt. Das Hochmoor lag inmitten von Fichtenwäldern, fernab von Strassen und Dörfern. Anthyllis machte viele Spaziergänge, um die Gegend kennen zu lernen und sich im Pflanzenreich umzuschauen.

Wärend dieser Junitage war die Natur quicklebendig. Viele Insekten waren unterwegs und sammelten, was sie zum Leben brauchten. Die Vögel stimmten abends ihr Lied an. Sogar eine Nachtigall gab es auf diesem Berg, der Anthyllis gern und lange lauschte. Die Nachtigall sang ein ganz sonderbares Lied, und Anthyllis lauschte ihr gespannt und tief gerührt. Hier konnte sie glücklich sein.

Die Blumen waren in einer derartigen Vielfalt vertreten, dass es ihr bald Sprache und Kunst verschlug. Sogar eine seltene Iris fand sich im Moor. Die wollte Anthyllis unbedingt als erste Pflanze zeichnen und suchte sich für dieses Vorhaben einen schönen Junimorgen aus. Es war noch schummrig, als Anthyllis ihren Weg zum Moor antrat.

Die ersten, zarten Sonnenstrahlen verfingen sich in den Perlen des morgendlichen Taus, der sich in den Spinnennetzen glitzernd niedergeschlagen hatte. Was für schöne Bilder boten sich da ihren Sinnen - bei jedem Schritt Tausende von kleinen Kunstwerken, wie in einer Ausstellung, nur viel schöner und vor allem viel natürlicher! Sonst hatte sie diesen Reichtum nie wahrgenommen, obwohl diese Buntheit und Mannigfaltigkeit sie fortwährend umgab, wenn sie draussen arbeitete.

Es lag nicht an der Landschaft oder dem Hochmoor, es war etwas anderes. Ihre Sinne waren wacher und ihre Seele befreiter von den Sorgen, die sie in der Stadt mit sich herumschleppte. Hier war dies alles weggewischt und unwichtig. Hier zählte nur die Natur und zeigte sich somit ihren Augen und Sinnen in voller Pracht.

Hier spürte sie noch deutlicher, dass die Natur mehr war als Alkaloide, Inhaltsstoffe und Farben, wie sie die Wissenschaftler in ihren Büchern analysierten. Es offenbarte sich Anthyllis ein Leben, wie es ein solches nicht unter dem Menschenvolk gab. Dies war ein Leben um des Lebens Willen und ebenso eine Liebe zu den Göttern, die diese Pflanzen beseelten und so dankend erblühen liessen. Die Pflanzen besitzen ihren ganz eigenen Frieden. Sie werden zwar ständig von aussen bedroht, ständig lauert eine Gefahr auf sie, doch von innen heraus droht ihnen nichts - beim Menschen sah es da anders aus, der schuf sich die meisten Gefahren selbst, tief in seinem Inneren.

Die Natur rief Anthyllis zu sich, das spürte sie; sie vernahm diese Rufe so durchdringend, als wären es Hilferufe. Anthyllis Animus nahm neben der Iris Platz, begrüsste die edle Blume gebührend und bat darum, sie zeichnen zu dürfen. Ohne vorher um Erlaubnis zu fragen, wollte sie sich nicht niedersetzen. Das hatte sie sich in den vielen Jahren ihrer Arbeit zu eigen gemacht, und die Blumen dankten es ihr, indem sie sich ihr in ganzer Pracht, Schönheit und Würde zeigten.

Betrachtete später jemand die Aquarelle, staunte er über die gekonnte Schönheit dieser Kunstwerke. Das lag aber nicht nur an der künstlerischen Berufung von Anthyllis, es lag auch an den Blumen, die sich nicht vor der Künstlerin verschlossen. Auch diese Lebewesen konnten sich verschließen und sich einen anderen äusseren Schein zulegen. Sie konnten die Betrachter genauso betrügen, wie die Betrachter sich oft selbst im Leben betrogen - nämlich, indem sie äusserlich etwas anderes vorgaben als in ihrem Inneren lebte.

Die äussere Hülle war ein Spiegel des seelischen Lebens, und Anthyllis ahnte, dass sich die Würde und Weisheit der Pflanzen an ihrer äusseren Pracht ablesen ließ Anthyllis betrachtete die Schwertlilie genau, um anschliessend ein getreues Abbild von ihr zu schaffen. Sie versank in sich und gleichzeitig in der Pflanze, die da vor ihr stand. Das fröhliche Zwitschern der Vögel wurde leiser, das Summen der Bienen klang teilweise bedrohlich, aber auch ganz entfernt und sanft.

Das Trampeln der Schafherde war deutlicher zu hören, sie spürte es regelrecht. Die Welt versank um sie herum. Die Reise ging durch den Kelch hinunter bis auf dessen süßen Grund, vorbei an weissvioletten Wänden, die sich wie Seidentüchher um sie hüllten. Anthyllis kam nicht dazu, ihren Gedanken eine einheitliche Richtung zu geben, sie nahm nur noch wahr und auf, ohne die sich ihr bietenden Eindrücke zu bedenken. Plötzlich sah die ganze Gegend verwandelt aus. Sie schaute aus einem anderen Blickwinkel auf ihre Umwelt, und auch die Betrachtungsweise war ganz anders, ungewohnt.

Vor ihr lag ein Aquarellkasten und der Zeichenblock im Gras. Ein unbekanntes Gefühl der Leichtigkeit umgab sie, so als würde sie zwischen Himmel und Erde schweben, gar nicht ein Mensch sein, sondern etwas, das sie nicht kannte. Ein seltsames, aber sehr angenehmes Gefühl.

Es begann zu regnen. Die Tropfen prasselten auf die Blütenblätter, und die Iris beugte sich diesem Schauer. Kurz darauf kam die Sonne hervor, und ein Regenbogen wölbte sich von der Erde aus ins Ungewisse. Das andere Ende konnte Anthyllis nicht erblicken, sie sah diesen farbensatten Lichterbogen lediglich aufsteigen. Abermals ging eine Wandlung vor. Es zog sie in die Höhe; eine wolkenhafte Nebelhülle umgab sie und sog Anthyllis vollkommen in sich auf; die Landschaft lag weit unter ihr und wurde immer kleiner.

Was geschah mit ihr? Diese Frage regte sich in Anthyllis, doch sie trachtete nicht nach deren Beantwortung. Sie befand sich in einem vollkommen seligen Zustand - das erste Mal, dass sie die Bedeutung und das Gefühl von diesem Zustand des Glücks in sich verspürte. Eine erfüllte Seelenwelt baute sich in ihr auf, so, wie sie es in innigen Liebestagen erlebt hatte - nur viel stärker.

Anthyllis Animus fand sich im Land hinter dem Regenbogen wieder, das sie noch nie zuvor in ihrem Leben gesehen hatte. Hier waren die Blumen so gross wie Menschen, und die Bäume schienen unermesslich hoch zu sein. Die Schwertlilie war immer noch da. Sie senkte ihren Blütenkelch, und Anthyllis fiel heraus. Nachdem sie sich ausgebreitet und emporgehoben hatte, schaute sie sich um. Die Farben leuchteten, und die Formen der Pflanzen waren sagenhaft vielfältig.

Düfte schwebten durch die Lüfte, alles war schwanger davon. Es brummte plötzlich furchterregend laut hinter Anthyllis; sie drehte sich erschrocken um. Da brummte eine Biene um sie herum, brumm, brumm, brumm und summdabrumm war sie im Kelch der Iris verschwunden. トHier ist alles so gross und sonderbar - ich bin so klein, wie kann das sein? In welchem schönen Land bin ich? Es rührt mich gar so sonderlich dachte Anthyllis, bezaubert von all dem, was sie umgab.

Da neigte sich eine Glockenblume mit sanftem Klang und Sang zu ihr herüber und sprach: トGuten Morgen, Nachbarin Anthyllis - Ihr waret aber gestern noch nicht hier- habe ich recht? トWoher weißt du meinen Namen? fragte Anthyllis erstaunt über diese theatralische Frage. トAber liebe Nachbarin, hier kennt doch jeder jeden. Du bist doch Anthyllis, wer solltest du sonst sein? Kennst du dich am Ende gar selbst nicht mehr? トIch bin verwundert, Nachbarin. Wo ist meine Welt geblieben? トHabe ich doch eine neue Nachbarin bekommen. Ich hatte mir doch gleich gedacht, dass du nicht von hier kommst; sicher stammst du aus einer anderen Welt!?

トNatürlich, ich komme von der Erde, dort leben die Menschen. Ich bin doch auch ein Mensch! トOh gütige Mutter! Du? Ein Mensch? Scheinbar hat es dich auf der Reise in dieses Land schwer erwischt. Die Menschen nennen dich Wundklee, du bist eine Pflanze, so wie ich, nur aus einer anderen Familie. Anthyllis Animus verstand rein gar nichts mehr. Wo war sie hier gelandet? Dunkel erinnerte sie sich an ein Moor und an die Schwertlilie, die sie hatte zeichnen wollen, aber das schien alles schon sehr lange her zu sein.

Im Land hinter dem Regenbogen wollte man eine verstörte Seele nicht im Ungewissen lassen, und so kam die Biene, die vorhin mit anständigem Gebrumm in die Iris geflogen war, zu ihr hinüber und grüßte mit den Worten: トHerzlich willkommen in diesem Land, Anthyllis, du suchende Menschenseele. トJa ... aber ..., stotterte Anthyllis verwundert und zugleich etwas veränstigt. Die Biene begann nun in Ausführlichkeit zu erklären, was geschehen war: トAnthyllis, ich weiss du bist eine Menschenseele.

Wir haben das Leben auf der Erde schon hinter uns. Du lebst noch auf der Erde, aber da du eine Frau bist, die in ihrem Innersten etwas von der großen Bedeutung unserer Mutter Natur spürt, wollen wir dir alles etwas näher bringen. Um dir die Einheit und den Wandel zwischen dieser Welt und der deinen zu erklären, haben wir dich hierher geholt. Du setztest dich vor unsere Freundin Iris und wolltest sie zeichnen. Dabei schautest du sie so intensiv an, dass du ganz in ihr versankst, und da auch Iris gerade in Träumen verfangen war, war es für uns ein Leichtes, euch beide zu uns zu holen. So bist du hierher gekommen! sagte die Biene und faltete ihre Flügel sorgfältig zusammen.

Das tun Bienen immer dann, wenn sie noch viel erzählen wollen. Bienen sind sehr geschwätzig. トLiebe Biene, mir gefällt es hier in diesem Land sehr gut, aber was wolltet ihr mir näher bringen? トDen Wandel der Welten wollen wir dir erklären und dir ein Licht mit auf die Erde geben. Wir Bienen leisten nämlich einen ganz besonderen Dienst auf der Erde, und wer um unsre Künste weiss der wird auch erkennen, dass in den Pflanzen mehr steckt als nur wissenschaftlich erkennbare Substanzen. Eine Pflanze lebt, und alles, was lebt, hat eine Seele. Die Seelen der Pflanzen tragen viel Weisheit, Schönheit, Güte und Kraft in sich.

Sie sind auch zum Nutzen der Menschheit da; sie dienen ihr gern, nur gibt es heute selten Menschen, die sich wie du erst dann vor eine Pflanze setzen, nachdem sie diese um Erlaubnis gefragt haben. Nein, sie reissen die Pflanzen sogar aus dem Schoss der Mutter Erde heraus und ahnen nichts von den qualvollen Schmerzen, die sie den lebenden Geschöpfen damit bereiten. Doch damit nicht genug, sie werfen sie, kurz nachdem sie sie ausgerissen haben, wieder weg - und das ist noch viel schmerzlicher.

Wenn die Menschen freundlich um Hilfe bitten, gewähren wir sie ihnen gern - die Natur ist eine sehr sanfte und gütige Mutter. Diese Botschaft versuchen wir Bienen auf der Erde seit Beginn unserer Existenz zu verkünden. Manche Menschen essen diese Botschaft sogar löffelweise - und bei einigen bleibt etwas von Mutter Naturs Gedanken in ihrer Seele zurück. In ihnen wirken sie schliesslich weiter. Die kleinen Teilchen der zahlreichen Blumenseelen breiten sich durch unseren Honig in den Menschen aus. Sie verschaffen der menschlichen Seele Frieden und inneren Reichtum. Dadurch verbreitet sich die Farbenpracht und Schönheit der Blumen - von deren Seelen wir gesammelt haben.

Es ist eine wunderschöne Aufgabe, und wir Bienen erfüllen diesen Dienst sehr gern. トDas ist interessant, liebe Biene. Nur eine Frage habe ich noch an dich: Warum erscheint mir hier alles so gross ihr Bienen und alle Pflanzen? トDas ist schnell erklätt: Es kommt immer auf die Einstellung zur Welt an - so ist sie für eine Biene sehr gross für eine Pflanze auch - nur die Menschen sind gänzlich dem Irrglauben verfallen, ihr Geist wäre geistiger denn der unsere, weil ihr Kopf so viel weiter in der Höhe baumelt als die Knospen und Blüten. Daher nehmen sie sich das Recht, uns mit Füßen zu treten.

Erst hier in unserer Welt erkennt man die wirklichen Zusammenhänge und die wahrhaftige Größe allen Lebens - es gibt hier allerdings auch keine Menschen, dafür aber genügend Seelen, die vom Glauben der Menschen auf Erden befreit sind.

Dies sagte die Biene mit einem verschmitzten Lächeln, aber das konnte Anthyllis nicht erkennen, es war zu winzig. Sie arbeitete wie gewohnt während der kommenden Wochen, und als sie die Pflanzenwelt des Hochmoores aufs Papier gebannt hatte, kehrte Anthyllis in die Stadt zurück. Die gelehrten Damen und Herren waren mit ihrer Arbeit zufrieden, und Anthyllis Animus wurde entlohnt.

Nach diesem Auftrag konnte sie jedoch nicht mehr in gewohnter und gewünschter Weise zeichnen. Sie zeichnete seit dieser Reise in Größenverhältnissen, die den Professoren fremd waren. Die Pflanzen waren so gross wie Menschen, und diese so gross wie Pflanzen. Es waren faszinierende, phantastische Bilder, aber für die Wissenschaft nicht zu gebrauchen.

                                                                                                                                                                                                                 Igor Warneck

Karte und Anfahrt

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